Fr, 23. Januar 2026, 19:30 Uhr • Theater
Draußen vor der Tür
Theaterstück von Wolfgang Borchert
Eintritt frei!
Foto/Illustration: Dr. Niklas Füllner
Mit dem Antikriegsdrama „Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert bringt der Studiengang Darstellendes Spiel der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) eines der eindringlichsten Theaterstücke der Nachkriegszeit auf die Bühne.
Im Mittelpunkt steht der Soldat Beckmann, der nach dem Krieg nach Deutschland zurückkehrt – und doch nirgends mehr ankommt. Familie, Heimat und gesellschaftlicher Halt sind zerstört, Verantwortung wird ihm zugeschoben, Hilfe verweigert. Beckmanns verzweifelter Versuch, ins Leben zurückzufinden, wird zu einem schonungslosen Spiegel einer Gesellschaft, die die Folgen von Gewalt nicht tragen will.
Wolfgang Borchert schrieb „Draußen vor der Tür“ 1946 wenige Monate nach seiner Rückkehr aus dem Krieg in nur wenigen Tagen im Fieberwahn in seinem Krankenbett. Das Stück gilt bis heute als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsliteratur und als radikale Abrechnung mit Krieg, Schuldverdrängung und gesellschaftlicher Kälte. Fast achtzig Jahre später erhält das Drama angesichts der Rückkehr des Kriegs nach Europa und weltweiter Aufrüstung erneut bedrückende Aktualität.
In der Inszenierung der RPTU setzen sich Studierende des Studiengangs Darstellendes Spiel unter der Leitung von Dr. Niklas Füllner intensiv mit den psychischen und sozialen Folgen von Kriegserfahrungen auseinander. Die Aufführung fragt danach, was Gewalt mit Menschen und Beziehungen macht – und wie ein Ausstieg aus der Spirale von Schuld, Schweigen und erneuter Gewalt gelingen kann.