So, 22. November 2026, 11:00 Uhr • Literatur
„Die Welt zusammenfügen“
Lesung zu Leben und Werk von Cordelia Edvardson
Eintritt frei!
Im Mittelpunkt des Gedenkens an die Reichspogromnacht steht Cordelia Edvardson (1929-2012). Sie war die uneheliche Tochter der Schriftstellerin Elisabeth Langgässer. Sie war selber eine schwedische Journalistin und Autorin. 1984 erschien in Schweden ihr autobiografischer Roman „ Gebranntes Kind sucht das Feuer " (deutsch 1989 ). Darin schreibt sie über das verworrene Verhältnis zu ihrer Mutter. Elisabeth Langgässer konnte lange Zeit erfolgreich verdrängen, dass sie Halbjüdin war und ihre Tochter Cordelia, deren Vater der bekannte jüdische Staatsrechtler Hermann Heller war, gar nach den damaligen Rassegesetzen als Jüdin galt.
Von diesem „Makel“ erfuhr Cordelia, die streng katholisch erzogen wurde, sehr spät. Ihr Bericht fängt an mit den Worten : „Das Mädchen hatte schon immer gewusst, dass etwas mit ihm nicht stimmte“. Dieses verstörende Gefühl beherrschte ihr ganzes Leben, so, als sie in Schweden lebte und eine Familie gründete wie auch in Israel, wo sie von 1974-2006 als Auslandskorrespondentin arbeitete. Sie plädiert vehement dafür, offen mit der Wahrheit umzugehen, zu reden, aufzuklären, zu trösten, zu lieben. Sie zeigt auf, welch verhehrende Folgen das Verdrängen und Verschweigen nach sich zieht. Sie zeigt aber auch, welch heilende Wirkung Lyrik haben kann.
Es lesen: Kerstin Bucher und Claudia Zimmermann