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Vom Kulturministerium ausgezeichnet: Frank-Loebsches Haus ist „Museum des Monats“

Die Auszeichnung „Museum des Monats“ ist mit 1.000 Euro dotiert und wird seit August 2022 vom Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration Rheinland-Pfalz ausgelobt.

Vom Kulturministerium ausgezeichnet: Frank-Loebsches Haus ist „Museum des Monats“

Foto: Peter Haag-Kirchner

Das Tagebuch der Anne Frank gehört zu den bekanntesten Zeugnissen der Judenverfolgung im 20. Jahrhundert. Weniger bekannt ist, dass die Geschichte ihrer Familie auch in der Pfalz verortet ist – in einem Haus in der Landauer Kaufhausgasse.

Das Frank-Loebsche Haus, benannt nach der jüdischen Familie Frank-Loeb, war im 19. Jahrhundert im Besitz von Zacharias Frank, dem Urgroßvater Anne Franks. Heute ist es ein Ort der historischen Auseinandersetzung: mit der Geschichte der Juden in Landau, mit der Verfolgung im Nationalsozialismus und mit der Frage, wie Erinnerung lokal verankert werden kann. Seine Nutzung als sogenanntes „Judenhaus“ während der NS-Zeit macht das Gebäude selbst zu einem historischen Zeugnis.

Zugleich ist das Haus der Begegnung, Kommunikation und Verständigung gewidmet. Neben den Dauerausstellungen zur jüdischen Geschichte Landaus und zur Geschichte der Sinti und Roma werden wechselnde Ausstellungen regionaler Kunst und Kulturgeschichte gezeigt. Lesungen, Vorträge und Konzerte ergänzen das Programm.

Die Auszeichnung als „Museum des Monats“ durch das Land Rheinland-Pfalz hebt genau diese Verbindung hervor: ein historischer Ort, der nicht nur bewahrt, sondern aktiv zur Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte, Ausgrenzung und gesellschaftlicher Verantwortung beiträgt – und damit über die lokale Perspektive hinaus wirkt.

Weitere Informationen unter museumsportal-rlp.de.

Hintergrund

Die Auszeichnung „Museum des Monats“ ist mit 1.000 Euro dotiert und wird seit August 2022 vom Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration Rheinland-Pfalz ausgelobt. Sie hat zum Ziel, die Museumsarbeit vor allem kleiner und mittelgroßer Museen landesweit in den Fokus rücken. Ausgezeichnet werden Museen, die sich mit gelungenen Ausstellungsprojekten zur Orts-, Regional- oder Landesgeschichte, mit innovativen Vermittlungsideen, interessanten digitalen Angeboten, erfolgreichen Partizipationsprojekten, gelungenen Maßnahmen zur Umsetzung der Barrierefreiheit, außergewöhnlichem gesellschaftlichem Engagement, beispielhaften Projekten zum Sammlungserhalt oder zur Sammlungserschließung oder bemerkenswerten Projekten generationenübergreifenden bürgerschaftlichen Engagements hervortun. Unterstützt wird das Kulturministerium bei der Auswahl der Auszeichnungen vom Museumsverband Rheinland-Pfalz.

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